23. September 2019

Wenn man nicht mehr selbst bestimmen kann

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht waren Thema beim Seniorensommer

Mit vitaminreichen Schmankerln aus der Region dankte in domo-Leiterin Helene Giglberger (links) den beiden Referentinnen Marion Schießl und Elisabeth Pongratz.Foto: hs

Geiselhöring. (hs) Überzeugungsarbeit leisteten am Mittwochvormittag Elisabeth Pongratz und Marion Schießl, als sie im Rahmen des „in domo-Seniorensommers“ im Mehrzweckraum des Seniorenzentrums über die wichtigen Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sprachen. Ihr umfangreiches Fachwissen untermauerten die beiden Damen, die als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen im Franziskus Hospizverein Straubing tätig sind, mit einprägsamen Fallbeispielen.

 

Marion Schießl verdeutlichte, dass es jedem Menschen passieren kann, dass er durch einen Vorfall seine Dinge nicht mehr selbst regeln kann. Dann braucht dieser Mensch stellvertretend eine Person, die Entscheidungen für ihn trifft. Hat man durch eine Vorsorgevollmacht eine Vertrauensperson dazu bestimmt, ist diese entscheidungsberechtigt.

 

Keine Vollmacht: Fremdbetreuer

Ist in einem solchen Fall keine Vorsorgevollmacht vorhanden, erteilt das Betreuungsgericht eine Betreuungsverfügung, in die nicht automatisch ein naher Angehöriger als Betreuer eingesetzt wird, sondern auch ein Fremdbetreuer dazu bestimmt werden kann. Deshalb ist es dringend zu empfehlen, ab dem Erwachsenenalter eine Vertrauensperson als Entscheidungsberechtigte und möglichst auch eine solche für den Vertretungsfall in die Vorsorgevollmacht einzutragen. Natürlich müsse das im Einvernehmen mit den Personen geschehen, die als spätere Betreuer vorgesehen sind. Die Vorsorgevollmacht habe den zusätzlichen Vorteil, dass die eingesetzten Betreuer nichts mit bürokratischen Auflagen seitens des Betreuungsgerichts zu tun haben. Gut verständlich erörterte die Referentin die Entscheidungsbefugnisse in Bezug auf Gesundheitssorge und Pflegebedürftigkeit, Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten, Behörden- und Vermögensangelegenheiten.

 

Sie stellte auch klar, dass die Betreuungsperson natürlich im Sinne der zu betreuenden Person zu handeln und auch, so weit es möglich ist, für deren Wohlbefinden zu sorgen hat. Da eine Vorsorgevollmacht jedoch in medizinischen Fragen nicht für ausreichend Klarheit sorgt, ist es sinnvoll, diese mit der Ausstellung einer Patientenverfügung zu verbinden.

 

Über diesen Part klärte Elisabeth Pongratz im zweiten Teil der Infoveranstaltung die vielen Zuhörer auf. Sie erklärte, dass in der Patientenverfügung der Wille in Bezug auf gesundheitliche Fürsorge bekundet werde und man in ihr die Zusage oder Ablehnung von ärztlichen Maßnahmen mit lebenserhaltenden oder lebensverlängernden Maßnahmen für den Fall einer nicht mehr therapierbaren Erkrankung gebe.

 

Schritt für Schritt ging sie dabei das vorab an die Zuhörer verteilte Formular durch, dessen vorgefertigte Formulierungen im Erteilungsfall nur mehr entsprechend bestätigt oder ergänzt werden müssen. Fragen konnten dabei jederzeit gestellt werden und die Referentin flocht immer wieder Beispiele aus ihrer Erfahrung in der langjährigen Hospizarbeit ein. Eine unklar verfasste Patientenverfügung sei ohne Wert, betonte sie, weil der Wille des Patienten daraus nicht eindeutig hervorgehe.

 

Vollmacht und Verfügung aktualisieren

Habe man eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung erstellt, sollte man sich auch immer wieder Gedanken über deren Aktualität machen. Im Falle einer Meinungsänderung können solche Verfügungen jederzeit geändert oder widerrufen werden, müssen dann jedoch mit aktuellem Datum und Unterschrift versehen sein.

 

Angehörige müssen wissen, wo Dokumente liegen

 

Wichtig sei auch, dass Angehörige im Eintrittsfall wissen, wo sie das vorbereitete Dokument finden. Das abschließende Resümee der Referentinnen war, dass solche Verfügungen nicht nur die bestmögliche Versorgung der eigenen Person sicherstellen, sondern auch hilfreich für Angehörige, Betreuer und Ärzte sind, damit diese im Sinne des Erstellers handeln können.

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